Die erste Regel lautet, nur das zu reparieren, was man sich zutraut, sonst bringt oder schickt man den Kocher besser zu einem, der es kann. Die Fa. Weimeister in Hamburg ist eine gute Adresse. Die zweite Regel lautet, den Brenner nur auszubauen, wenn es nötig ist. Das klingt trivial, ist aber absolut sinnvoll. Man macht sich sonst unnütze Arbeit und den Düsen- und Regelstangenwechsel bekommt man ohne Ausbau hin.

Je nach Kocher wird beim Brennerausbau etwas anders vorgegangen. Wenn möglich werden Tank und Brenner aus dem Gehäuse genommen. Griffe abbauen, in dem man die beiden Splinte entfernt. Beim Optimus 154 ist der Brenner durch das Gehäuse verschraubt, da kommt der gekröpfte Maulschlüssel, den man sich vorher besorgen sollte, zum Einsatz. Wichtig ist, dass die Kontermutter unten gegengehalten werden muss. Es soll nicht der Brenner selbst mit der Hand heraus- bzw. wieder hereingedreht werden. Dann wird der Brenner mit den Maulschlüsseln oben gelöst und herausgedreht. Der ausgebaute Brenner wird geprüft, gereinigt, ggf. werden die
Regelstange und Düse und Düsennadel ersetzt. Die Muttern der Verschraubung unter dem Banner sollten bei der Gelegenheit gangbar gemacht werden, etwas Rostlöser wirkt hier Wunder.


Hat man einen Kocher mit funktionierenden Rapidvorwärmungen, werden diese sehr vorsichtig mit abgebaut, möglichst mit Pressluft gereinigt und wieder zusammen gebaut. Wenn möglich bzw. erhältlich tauscht man die Flammrohre aus. Will man die Vorwärmung ganz ausbauen, werden die Stutzen am Tank mit einer Blindschraube (als Extra bzw. Ersatzteil erhältlich) verschlossen. Mehr dazu
hier.

Beim Einbau geht man umgekehrt vor. Zuerst prüft man, ob der Splint zu einem möglicherweise neuen Brenner passt (da gibt es in der Vergangenheit etwas andere Maße u.a. bei den Geniol Brennern). Keine großes Unterfangen, aber einfacher es bei ausgebautem Brenner anzupassen. Optimus Brenner haben ein viereckiges Ende der Regelstange, die meisten anderen (Patria etc.) eine runde.

Unter den Brenner kommen vor die Spiritusschale (beim Optimus 155 vor und gern auch hinter das Gehäuse) eine Dichtung. Diese war früher aus Blei oder Asbest, heute aus KlingerSil oder ähnlichem hitzebeständigem Material sein, hat man keine Ersatzdichtungen kann man sie daraus zuschneiden, das Material wird allgemein für Dichtungen auch an Heizungen oder Motoren genutzt, ein Lieferant wird im Anhang genannt.

Wurden Kupferringe als Dichtung verbaut, dann müssen neue eingebaut werden, weil die alten verhärtet sein werden. Hat man absolut keine neuen Dichtungen zur Hand kann man sich helfen, in dem man die alten Kupferdichtungen mit einem Brenner ausglüht.

Dann wird unten in den Brenner eine neue konische Aluminiumdichtung eingesetzt und der Brenner eingeschraubt und mit der inneren Mutter festgezogen. Mit den Schlüsseln wird so angezogen, dass die Regelachse sauber mit dem Brennergehäuse fluchtet.

Beim Optimus 154/55 wird dann mit der Überwurfmutter der Brenner in das Gehäuse nach unten gezogen, die Dichtung zwischen Brenner und Gehäuse kommt unter Druck und ggf einzufüllender Spiritus bleibt im Gehäuse. Bisweilen ist heir etwa Justierung der Höhen nötig, sowohl der Aluminiumkonus muss den Bruner richtig eindichten, als auch der Brenner muss richtig in der Wanne sitzen. Beim 535-Modell von Optimus ist das ganze weniger aufwändig.


Bei anderen Herstellern kann es ebenfalls Probleme geben, wenn diese eine starre Aufnahme für die Brenner hatten, z. B. beim Turm Neptun oder Turm Neureus Kocher ist das der Fall. Dann ist es ggf schwierig, den Brenner genau an der richtigen Position fest und dicht zu haben, die es braucht, um die Regelstange aufzusetzen.

Sind die Düsen drin, wird das System aufgepumpt und mit Spüli-Wasser können die einzelnen Verschraubungen auf Dichtigkeit geprüft und ggf. noch einmal nachgezogen werden.

Das war es dann auch schon, bis zum Einbau der Düse. Dazu gab es eine nette bebilderte Anleitung, die in der Segelzeitung ‚Die Yacht’ erschienen war (Michael Naujok, Optimus in Schuss, Yacht 16/2002, 75-77)